MARIKO SAITO
MARIKO SAITO
EDGAR M BÖHLKE: SIXTY BEATS
EDGAR M BÖHLKE: SIXTY BEATS

Amöben halten zusammen, wenn es eng wird, sie gruppieren sich zu sogenannten Zysten und können dann, wenn die Dürre überstanden ist, den Verbund wieder lösen. Ausgerechnet die einfachsten Lebewesen, die Einzeller, organisieren das Chaos, finden sich zu komplexen Systemen zusammen, um dann, einem Schwarm gleich, ein neues Ganzes zu bilden und darin Probleme zu lösen, die der Einzelne nicht zu lösen in der Lage wäre.
Auch die einzelne Amöbe ist prozessorientiert, wandelt ihre Form ständig und passt sich neuer Umgebung an. Beim Menschen funktionieren diese Eigenschaften nur bedingt: Ein grosses gemeinsames Ziel zu verfolgen, selber anpassungsfähig zu bleiben, also auf veränderte Arbeits- und Umweltbedingungen zu reagieren, verlangt dem Einzelnen einiges ab. Die großen Amöben „Internet“  und „Globalisierung“ tragen zu einer Auflösung oder Reduktion der Persönlichkeit bei. Der von Foucault und dann von Agamben benutzte Begriff Dispositiv versucht dem amöboiden Verhalten der Macht in den kleinen und großen Dingen des Lebens auf die Spur zu kommen. Was die Dispositive, mit denen wir im momentanen Stadium des Kapitalismus zu tun haben, ausmacht, ist jedoch weniger, dass sie die Produktion eines Subjekts bewirken.(...) was wir jetzt beobachten können, ist, dass Subjektivierungsprozesse und Desubjektivierungsprozesse wechselseitig indifferent werden und nicht mehr auf die Wiederzusammensetzung eines neuen Subjekts hinauslaufen, es sei denn in verhüllter, gleichsam gespenstischer Form (Giorgio Agamben).

MARKUS CAMPANA
MARKUS CAMPANA
THINK TANK AMÖBEN
THINK TANK AMÖBEN
TIMO VON KRIEGSTEIN
TIMO VON KRIEGSTEIN