Am Anfang von Peter Sloterdijks Sphären III Blasen beschreibt Sloterdijk ein Kleinkind, dass Seifenblasen pustet. Das Kind bläst eine Seifenblase in die Luft, verfolgt die schwebende Blase bis sie zerplatzt, um dann eine neue herzustellen. In dem Moment des Zerplatzens löst sich eine Verbindung zu einem Mikrokosmos auf, zu einer kleinen Welt, die zuvor unter der Obhut des Kindes lag. Durch den Blick war die Seifenblase noch an das Kind gekoppelt, es bestand eine Verbindung, man könnte auch sagen, es bestand eine Fernwärme. Eine nicht greifbare Verbindung über eine räumliche Distanz hinweg. Gibt es eine Art Fernwärme im Außen, im kosmischen Frost? Wie groß muss eine Distanz sein, dass man von fern spricht? Und: Wo beginnt das Außen? “Epiktet lehrt eine einzige Unterscheidung: was ist bei mir, was ist nicht bei mir, was ist drinnen, was ist draußen? Auf dieser Unterscheidung beruht alle Lebenskunst. Was ist an dieser Unterscheidung so schwer?” (H.Böhringer) Den Begriff unmarked space prägte der Systemtheoretiker Georg Spencer Brown, der feststellt, dass die Unterscheidung von einer Form und ihrer Umgebung/ Nichtform eben eine Frage der Grenzziehung sei. Eine aktive Setzung, ein Blick, der der Grenzziehung einer Seifenblase hinterher sieht.