PERFORMANCE KAVATA MBITI
PERFORMANCE KAVATA MBITI
PINAR YOLDAS
PINAR YOLDAS
PLAKAT JUDO PERFORMANCE KAVATA MBITI PERFORMER MARIE RUBACK
PLAKAT JUDO PERFORMANCE KAVATA MBITI PERFORMER MARIE RUBACK

Unser Konsumverhalten wird auf der Insel konkret: jede Verpackung, jedes bisschen Müll muss von uns wieder mitgenommen werden, und jeder Liter Wasser muss auf die Insel mitgebracht werden. Das ist anstrengend, aber auch aufschlussreich. Diese Bewusstmachung soll zu geringerem Verbrauch auffordern: aber nicht als Verzicht, sondern als ein “Weniger ist mehr!” Es ist doch schon erstaunlich, wieviel Zeit mir mein Mehr an Technik wegnimmt; wie viel Technikpflege, updates, Neustarts und Verwaltung von Daten mir täglich abverlangt werden!
Mit der Bewußtwerdung von globalen Problemen, der Konfrontation mit beeindruckenden Statistiken, wie sich unsere Erde und die Menschheit entwickeln werden, ist noch keines der Probleme gelöst. Aber: Die Bewusstwerdung und die Vernetzung sind ein entscheidender Schritt! Also auch die Möglichkeit, sich an einen Freiraum, Denkraum, Kreativraum einmal im Jahr zurückzuziehen und dort auf ein Netzwerk von Inselsympathisanten zu stoßen.
Die Weltbevölkerung hat sich in den letzten 40 Jahren verdoppelt! Unsere Gesellschaft hat sich in der Zeit brachial verändert. Es gibt globale Machtinteressen von Wenigen, die mit den Interessen einer immer größer werdenden Menge von Menschen nicht zu vereinbaren sind. Aber immer wieder werden hierarchische Strukturen durch Netzwerkbildungen und Schwarmintelligenzen  in Frage gestellt. Deshalb ist es so wichtig, sich auf Netzwerke einzulassen und auch Orte der analogen Zusammenkunft zu finden und zu gestalten. Harald Welzer erklärt an Hand des Judogriffs: “Man muss nur den richtigen Punkt erwischen, um mit einer einfachen und eleganten Geste die Verhältnisse komplett zu drehen. Das erfordert eine Form der praktischen Intelligenz, die Möglichkeiten in die Wahrnehmung treten lässt, die normalerweise unsichtbar und daher ungenutzt bleiben.” Der sanfte Weg, das deutet sich hier an, ist wie eine Membran, die durchlässig ist für die Informationen von Außen, aber wie ein Filter, sie auch zu etwas weiterverarbeitet, das zu angewandtem Wissen führt.
unmarked_space mit dem diesjährigen Thema „Judo-der sanfte Weg“ ist eine Einladung dazu! Wir entwickeln Visionen des Genugseins. Was brauchen wir, wie viel Konsum ist nötig, macht glücklich? (Feldforschung: „Visionen vom Genugsein“ & Thinktank “Handmade Zero City”) Können wir, wie Ernst Friedrich Schumacher schon vor 40 Jahren in „Small is beautifull“ beschreibt,über reduzierte Nutzung und wiederholte Reparaturen zum menschlichen Maß zurückkommen und diese Reduzierung als Qualität begreifen? Wo geht denn der ganze Müll hin? Der Ozean kotzt zurück! Das Thema des Great Pacific Garbage Patch beschäftigt Pinar Yoldas in ihren Skulpturen „An Ecosystem of Excess“. Christiane Thalgott wird unseren direkten Umraum weiter untersuchen: Spuren des Kalten Krieges, der ehemalige Marinehafen Olpenitz in Zeiten von amerikanischen Großinvestoren der Freizeitnutzung! Wie hängt eine kleine Gemeinde wie Kappeln zwischen globalen Interessen?
Judo-sanfter Weg ist ein resilienter Zugriff auf die Welt: Zum Erklären der Resilienz wird gerne das Beispiel des Bambus bemüht: der nicht stocksteif gegen hält, sondern sanft nachgibt. Diese Art der Reaktion auf sich verändernde Umwelten und Gesellschaften ist nötig, denn die Anforderungen sind andere als vor 30,50 oder 100 Jahren.