CHUPA KARELIEN KOSTIA RAPOPORT
CHUPA KARELIEN KOSTIA RAPOPORT
JULIAN PETRIN ZERO CITY
JULIAN PETRIN ZERO CITY
REMAKE TIMO VON KRIEGSTEIN
REMAKE TIMO VON KRIEGSTEIN

Remake steht in einer Reihe von REs: remake - resilience - reentry - reuse - recycle - remapping. Wie kommen wir durch Wiederholung, Wiederverwertung und Wiedereintritt zu einer neuen Form? Der Begriff unmarked space, der dem Festival seinen Namen gibt, verweist auf die Beobachtung von Beobachtungen. Das nennt Niklas Luhmann ein reentry in die Form. Ein Wiedereinstieg, nachdem man seine Kulturhülle vorübergehend verlassen hat.
Gemeinsam waren die Lighthouse Foundation und unmarked__space dieses Jahr in dem russischen Ort Chupa in Karelien. Diese Region ist von starker Abwanderung betroffen. Eine Region-stärkende Maßnahme ist das dortige Festival Weisses Rauschen, dessen Gäste wir dieses Jahr sein durften. Wie können neue künstlerische Formen und Positionen außerhalb des Kulturbetriebs gefunden werden und: beeinflussen diese alternativen Prozesse die Gesellschaft, die kleinen Eingriffe die großen Zusammenhänge? Wie verhält sich das
Lokale zum Globalen?
In der unmittelbaren Inselnachbarschaft befindet sich der Hafen Olpenitz. In den 50iger Jahren wurde Olpenitz an der Südmole von Schleimünde zum riesigen Marinestandort des Kalten Krieges ausgebaut. Mit veränderter politischer Situation wurde der Militärstützpunkt sinnlos. Nach der Privatisierung des Geländes in den 2000er Jahren und Ideen des großen Geldes, folgte bald darauf die Insolvenz. Das ist exemplarisch für unsere gesellschaftliche Situation: Deutschland ist vom geographischen Mittelpunkt des Kalten Krieges in ein kleinmaschiges Netz, von Zusammenhängen, Abhängigkeiten und Gleichzeitigkeiten geraten, in der eine globalisierte, virtuelle Finanzpolitik an Bedeutung gewonnen hat. Wie verhält sich die an Nationalstaaten orientierte Politik dazu? Wie verhalten sich die regionalen Kräfte gegenüber den globalen Problemen?

ZERO CITY
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